Volkskirche sein in Gemeinde und landesweitem Dienst

Von Prof. Dr. Klaus Raschzok

Lehrstuhlinhaber für Praktische Theologie an der Augustana-Hochschule Neuendettelsau und Vorsitzender des Grundfragenausschusses der Landessynode der ELKB

„Entscheidend für eine zukünftige Landesstellenplanung ist die Arbeit an einer Bewusstseinsveränderung: Sie hat auf die Wahrnehmbarkeit der gesamten Volkskirche in der Ortskirchengemeinde zu zielen, auch und gerade im Sinne der Verantwortung. Dazu darf sich die Ortskirchengemeinde jedoch nicht mehr ausschließlich von der Gemeindekirchlichkeit her verstehen. Zugleich steht auf landeskirchlicher Ebene die Zurücknahme des organisationalen Verständnisses der Kirche zugunsten einer Dienstleistungsorganisation für die zu einer Landeskirche zusammengeschlossenen Ortskirchengemeinden wie Funktionsgemeinden an. Daher ist die Forderung, zukünftig noch mehr finanzielle Mitteln in die Hand der Ortskirchengemeinden zu geben, durch die Arbeit an der Haltung den Geldmitteln gegenüber in der Landessynode zu ersetzen. Es handelt sich immer um anvertrautes Geld der Ortskirchengemeinden, das weitgehend von diesen erwirtschaftet worden ist und im Umgang einer Haltung der Achtung und des Respektes bedarf.

Daher nochmals meine  zentrale These: Dem Pfarrberuf ist die (gesamte) Volkskirche anvertraut, nicht nur die Gemeindekirche. Damit trägt der Kirchenvorstand vor Ort über die Schlüsselstellung des Pfarrberufs für die Volkskirche zugleich auch eine weit über die Gemeindekirche hinausreichende Verantwortung. Dem Kirchenvorstand ist zugleich auch die Sorge für die Volkskirche anvertraut. Dies ist vielen kirchlich Engagierten in keiner Weise bewusst. Ebenso wenig nehmen Pfarrerinnen und Pfarrer diese Verantwortung wahr, weil auch ihnen ihre eigene volkskirchliche Rolle überhaupt nicht bewusst ist und sie ihre volkskirchlichen Aufgaben zum Teil eher als Last und Abhaltung vom gemeindekirchlichen Arbeitsbereich empfinden. Oder: Sie diese aufgrund ihrer gemeindekirchlichen Frömmigkeitsprägung verdrängen. Eine sinnvolle Verhältnisbestimmung von pastoralem parochialen und übergemeindlichem Dienst hat daher bei der Ortskirchengemeinde im volkskirchlichen Verständnis  anzusetzen und ist konsequent an die Ortskirchengemeinde zurückzubinden.

Ein abschließender prüfender Blick in die Verfassung der Evangelisch- Lutherischen Kirche in Bayern bestätigt meine These, dass eine sachgerechte Verhältnisbestimmung von parochialem und übergemeindlichem Dienst nur vom Verständnis der Ortsgemeinde aus als der grundlegenden Organisationsform der gegenwärtigen Volkskirche möglich ist. Die Kirchenverfassung definiert die Kirchengemeinde als Verwirklichung der gesamten Kirche vor Ort, ordnet bewusst die Einrichtungen und Dienste den Kirchengemeinden zu, betont die Verantwortung der Pfarrerinnen und Pfarrer für die Einheit der Gemeinde wie der Kirche und legt dem Pfarrberuf damit die Verpflichtung auf, die wechselseitige Zusammenarbeit der Kirchenmitglieder und kirchlichen Dienste zu fördern.“

Lesen Sie hier beide Teile seiner Überlegungen im KorrBl. Nr. 5 und 6/ 2017:
http://www.aufbruch-gemeinde.de/download/kblatt-1706raschzok.pdf

Qualitäten, Quantitäten – Wider das kleine Karo der Dienstordnungen

Von Hans Schlumberger

„Merkwürdig viele Kolleginnen und Kollegen setzen in diesen Monaten verwegene Hoffnungen auf die Vereinbarung und den Erlass von Dienstordnungen, die einem Leitbild jener Epoche folgen, der die Massenproduktion in der Fabrik als Inbegriff des Fortschrittes galt, und so Äpfel und Birnen, Abendmahlsgottesdienste und Zuschussverhandlungen, Krankenbesuche und zähneknirschend übernommene Hausmeisterdienste „erfassen“, „auflisten“, als Zahlenkolonnen darstellen und zu einem Zahlenwert zusammenrühren, der als durchschnittliche Jahres- oder Wochenstundenzahl unsere „Produkte“ wie unsere Arbeiten zur austauschbaren Ware erklären und mit der gelebten Pfarrhauswirklichkeit und der dort geleisteten Arbeit nicht viel zu tun haben wird.  Entlastung erhofft man sich offenbar davon, Begrenzbarkeit. Erleichterung also für die Mühe, zwischen bezahlter Arbeit, unbezahlter Arbeit (der oft übersehene dritte Sektor: Haushalt, Familie, Ehrenamt) und Muße getrösteten Gewissens einen akzeptablen Trennungsstrich hinzukriegen und damit respektiert zu werden, jedenfalls keinen Sympathieverlust zu erfahren.

Legitimation also. Für Feierabend und Feiertag: für das, was seit dreitausend Jahren durch das Sabbatgebot nicht etwa bloß legitimiert, sondern als Bundesbestimmung des Volkes Israel kategorisch geboten ist und durch uns öffentlich zu verkünden und zu vertreten. Geschehen soll das ausgerechnet mit Hilfe eines Rezepts, das Jesus gelegentlich scharf kritisiert oder der Lächerlichkeit preisgegeben hat: Statt ein wortkarges und klares biblisches Gebot schlicht zu beachten, wird es von hundert papiernen Bestimmungen und Vereinbarungen, die es einmal schützen sollten, bis zu Unkenntlichkeit und Paradoxie überwuchert.

Tatsächlich kann es leicht passieren, dass wir dadurch verstärkt zu Dienstmägden und Knechten dessen werden, was uns vermeintlich freier macht: Eines Tages wird nicht mehr die Dienstordnung für die Pfarrerin da sein, sondern die Pfarrerin für die Dienstordnung. (…)

Wo die Enge, hier die Engmaschigkeit von Dienstbeschreibungen, regiert, wird es unter solchen Umständen noch enger werden. Wenn die Pflichten vieler Pfarrerinnen und Pfarrer dicht erfasst sind, liegt es nahe, Schrauben fester anzuziehen. Ein Mausklick langt. Befreundete Kollegen aus Kantonalkirchen der alemannischen Schweiz haben mir erzählt, wie ihnen Mitglieder der Chillepfläg (des Presbyteriums) detailversessen, kontrollwütig und mit wenig Rücksicht auf ihre persönliche Gestaltungsfreiheit und Verantwortungsbereitschaft mit Viertelstundenrastern in die Details ihres Dienstes hineinregieren und unangemessene Arbeitgeberallüren entwickeln. Kirchliche Konflikte dort erhitzen sich in diesen Jahren oft ins Unerträgliche. Dienstordnungen, auf die sich die Quälgeister gern berufen, heißen dort übrigens in erfrischender Klarheit „Pflichtenheft“.

Den spezifischen Notwendigkeiten der Region oder des Orts angemessene, kollegial, also dezentral und horizontal (und damit im besten Sinn „subversiv“) ausgehandelte Vereinbarungen in allen Ehren. Davon können wir kaum genug haben. An vielen Orten fehlen sie noch. Wer aber einen wesentlichen Teil seiner Bereitschaft zur personalen Verantwortung an ein Stück Papier delegiert und dem Text darauf damit eine gewisse Autorität verleiht, sollte sich nicht wundern, wenn dieses Stück Papier sich eines Tages gegen sie oder ihn selbst richtet. Nicht gegen Trägheit oder Faulheit, sondern gegen Gestaltungslust, Personalität und notwendige Schlupfwinkel der Freiheit in einem der vielfältigsten, freiesten und (also?) schwierigsten Berufe – um Machtgehabe und Kontrollgelüst zu bedienen.

Herr, schmeiß Rückgrat vom  Himmel!“

Lesen Sie hier den ganzen Artikel: http://www.aufbruch-gemeinde.de/download/schlummberger-kblatt-1601.pdf  (Korrespondenzblatt Nr. 1/2016, S. 1 ff.)

Pfarrerschaft: Radikale Vereinzelung bei zunehmender Entsolidarisierung

„Wenn wir die Motivation unserer Pastorenschaft verlieren, können wir einpacken!“

So steht es im Bericht über die Beratungstätigkeit des Pastorenausschusses in Hannover.

„Die überwiegende Mehrheit der Kirchenmitglieder – und zwar sowohl hochverbundene wie distanzierte – orientiert sich vor allem an ihrer nahen Ortsgemeinde und gerade nicht an der Schimäre einer nebulösen „Kirchenkreis-Kirche“, wie dies die 5. Kirchenmitgliedschaftsuntersuchung von 2012 noch einmal eindrucksvoll aufzeigt: „Trotz aller medialer Investitionen gilt: Sehr viele Menschen – und ganz besonders in der jüngeren Generation (…) nehmen vor allem den Geistlichen/die Geistliche vor Ort wahr, insbesondere sein/ihr Kasualhandeln. Die evangelische Kirche ist im Wesentlichen eine Vor-Ort-Kirche. Kirchenkreis-, Dekanat- oder Propsteiebene sind in der Regel unsichtbar wie die Ebene der leitendenden Geistlichen einer Landeskirche (…)“ (Thies Gundlach, EKD-Geschäftsführer, in: V. EKD-Erhebung über Kirchen, S. 131). Doch von dieser Erkenntnis unbeeindruckt betreiben „insbesondere die Superintendentinnen und Dekane, Pröpstinnen und Kreispfarrer“, die nach ihrer Selbsteinschätzung „die Kirche der Zukunft leitend gestalten“, (s. epd-Doku. 36 v. 09.09.2014, S. 2) unter Einsatz erheblicher Kirchensteuermittel den als „Reform“ kaschierten Versuch unverdrossen weiter, die Kirchenkreise als neue Identifikationsorte für die Gemeindeglieder zu etablieren und dafür Ortsgemeinden personell und finanziell auszudünnen oder gar aufzulösen. Zum Schluss verschleiern diese „Kirchen-Reformer“ ihre simple Gemeinde-Enteignung und Abwicklung der Volkskirche auch noch als „gottgewollte Weisung“ in eine neue kirchliche Zukunft.“

Lesen Sie hier den ganzen Bericht: http://www.pastorenausschuss-hannover.de/beratungserfahrungen.pdf

Pfarrerbild – Die Gemeinden nicht vergessen!

Der sechste Aktionstag der Reformgruppe „Aufbruch Gemeinde“ und des Gemeindebunds Bayern am Samstag, den 25. Juli 2015 in Nürnberg führte zu einer intensiven Auseinandersetzung mit OKR Dr. Nitsche über den Prozess zum Pfarrer/innenbild in der bayerischen Landeskirche.

Grundlage war zunächst die Handreichung „Gut, gerne und wohlbehalten arbeiten“ für die Erstellung von Dienstordnungen für Pfarrerinnen und Pfarrer. Der Grundgedanke, sich auf das Wesen des Pfarrberufs zu besinnen und dieses über eine realistische und einigermaßen berechenbare Arbeitszeit auch einzufordern, wurde gewürdigt und anerkannt. Aus der Gemeindeperspektive jedoch ergaben sich drei deutliche Kritikpunkte:

Bei der Erstellung der Dienstordnung werden die Gemeinde und der Kirchenvorstand als mitverantwortliche Subjekte völlig übergangen oder geraten in eine nachrangige Position. Die Erstellung nehmen Dekanin und Pfarrer vor, in Konfliktfällen soll der Oberkirchenrat im Kirchenkreis vermitteln, anschließend wird das Ergebnis dem Kirchenvorstand lediglich präsentiert.

In diesem Verfahren dokumentiert sich ein zentralistisches, obrigkeitliches Kirchenbild, das Gemeinden nur als Objekte der Betreuung und Versorgung sehen kann. Dieses Bild widerspricht dem evangelischen Verständnis des „Priestertums aller Gläubigen“, auf das sich selbst die Kirchenleitung gerne beruft ohne daraus Konsequenzen für das Leitungsverständnis und die Organisationsgestalt von Kirche zu ziehen. Solange Kirche von den Grundvollzügen Verkündigung, Taufe und Abendmahl lebt, ist Kirche voll und ganz in Gemeinden präsent. Darum kann deren Entscheidungsgremium nicht von oben her übergangen werden. Vielmehr sind aus den Grundprinzipien auch Gestaltungsprinzipien abzuleiten, nämlich: Freiheit (aus der Verkündigung der freien Gnade), Gleichheit (aus der Taufe), Solidarität und Partizipation (aus dem Abendmahl). Nach diesen Gestaltungsprinzipien muss der Kirchenvorstand bei einer Dienstordnung für seine Pfarrerin oder Pfarrer zwingend beteiligt werden.

Wer den rapid emporschnellenden Austrittszahlen entgegenwirken will, sollte den Ergebnissen der letzten EKD- Umfrage „Engagement und Indifferenz“ mehr Augenmerk schenken. Dort wird ausdrücklich bestätigt, was „Aufbruch Gemeinde“ seit fast 10 Jahren moniert: Die Plausibilität von Kirche und Evangelium wird an der Basis erzeugt – in persönlichen und gemeinschaftlichen Beziehungen der Ortsgemeinde. Die Konsequenz kann nur sein, diese Basis zu stärken, personell und finanziell, und die Organisation Kirche von unten her aufzubauen über Entscheidungsbefugnisse und Verantwortung.

Schließlich ergab sich ein Gesprächsgang über die Veränderungen im Pfarrberuf in den letzten Jahrzehnten. Sie flossen bisher viel zu wenig in die Diskussion um das Pfarrerbild ein:

Die Aufgabenfelder des Pfarrdienstes haben sich in den Bereichen Verwaltung und allgemeiner Gemeindearbeit vervielfacht. Zur Mehrung haben sowohl die Reformflut unserer Landeskirche sowie die Erwartungshaltung einer sich rasant verändernden Gesellschaft beigetragen.

Gleichzeitig wurde auf der Ebene der Bedarfszuweisungen an die Gemeinden gespart, denn oftmals erreichte die Punktwerterhöhung nicht mal die Kostensteigerung im Personalbereich, ganz zu schweigen von den Zwangsrücklagen für die Immobiliensicherung oder aktuell die Umstellung auf das Sichere Kirchennetz II (Kosten für Hardware).

Es fehlen Spielräume vor Ort, mit der je eigenen, besonderen Situation umzugehen. Dazu ist individuelle Beratung nötig und eine deutlich bessere finanzielle Ausstattung. Eine Dienstordnung mag für manchen hilfreich sein, für andere ist sie ein Affront und eine Missachtung der eigenen Arbeitsorganisation. Individuelle Hilfen sind nötig, keine Pauschalprogramme, und dazu muss man wissen, wie die Gemeinde XY vor Ort tickt.

Dies alles aber wird nur dann greifen, wenn wir theologisch über den Auftrag von Kirche, Gemeinde, Verwaltung und Pfarramt reden.

Dr. Martin Hoffmann, Röthenbach b. St. Wolfgang
Karl-Friedrich Wackerbarth, Prien a. Chiemsee

(Erschienen im Korrespondenzblatt des Bay. PfarrerInnenverbands, Nr. 8/9 2015)

Befragung in der Nordkirche: Kirchenreformen und Stärkung der Leitungsebene stehen an letzter Stelle

In einer Studie “Pastorin und Pastor im Norden. Antworten – Fragen – Perspektiven” wurde u.a. danach gefragt, welche Maßnahmen die Geistlichen für wichtig halten, wenn sie an die Zukunft ihrer Kirche denken. Das Ergebnis spricht Bände. Die von der Kirchenleitung initiierten Reformmaßnahmen rücken ans Ende der Liste, auf den ersten drei Plätzen stehen: “Innerkirchliche Verständigung über die Aufgaben der Kirche heute”, “theologisch begründete Prioritätensetzung” und “Stärkung der Gemeinden”.

Grafik anzeigen …

zur kompletten Studie …

Quelle: www.kirchenbunt.de

Von der Schwierigkeit, ein liebgewordenes Tabu aufzugeben

Die neue Kirchenmitgliederbefragung als Lernchance für unsere Kirche

Von: Herbert Dieckmann

Dass der Pfarrberuf in der Kirche ebenso wie in deren Wahrnehmung in der Öffentlichkeit eine zentrale Rolle spielt, wird eigentlich von einer Kirchenmitgliederbefragung zur nächsten bestätigt. Dennoch lassen sich die Großstrategen in den Kirchenleitungen von ihrem irregeleiteten Reformkurs nicht abbringen. Herbert Dieckmann führt das Dilemma vor Augen und verweist auf Auswege.

Die Schlüsselrolle der Pastorenschaft – ein kirchliches Tabu

Es geschah vor etwa zehn Jahren. Da wagte der Präsident des Landeskirchenamtes, Dr. von Vietinghoff, öffentlich anzusprechen, was bis dahin auch in der hann. Landeskirche als absolutes Tabu galt: die »Schlüsselrolle« der PastorInnen in den Gemeinden. Reflexartig erschallte ein Aufschrei des Entsetzens: Mitarbeitende, Ehrenamtliche, Synodale, ja selbst Kirchenleitende wollten einfach nicht wahrhaben, was in jeder Gemeinde die übergroße Mehrheit der Kirchenglieder selbstverständlich erlebt und dankbar anerkennt: die zentrale Stellung der PastorIn. Doch diese gemeindliche Selbstverständlichkeit wirklich zu benennen, war kirchenpolitisch inkorrekt. Denn die landeskirchlichen Meinungsmacher wollten die Gemeindepfarrstellen als willkommenes Einsparpotential nutzen, weil sie behaupteten, die Kircheneinnahmen würden sich bis 2030 halbieren. Tatsächlich sind die Kirchensteuereinnahmen in der EKD im letzten Jahrzehnt um über 30% gestiegen, nachdem sie sich von 1967 bis 1970 verdoppelt und von 1970 bis 1990 verdreifacht hatten! Darum war 2004 diese Entwicklung tendenziell vorhersehbar. Dennoch wurden drohende Einnahmeverluste als sicher unterstellt und sogleich PastorInnen als überflüssige Amtsträger identifiziert, die lediglich hohe Ausgaben verursachen und zudem das eigenständige Wirken engagierter Ehrenamtlicher behindern und Mitarbeitende autoritär und inkompetent behandeln würden. Stereotype PastorInnenschelte mit ernster Warnung vor einer antiquierten »Pastorenkirche« war seinerzeit »angesagter Ton«. Dass den PastorInnen als einziger kirchlicher Dienstgruppe die Gehälter erheblich gekürzt, etwa 350 junge TheologInnen trotz bestandener Examina einfach abgewiesen und vor allem viele Gemeindepfarrstellen (in manchen Kirchenkreisen bis zu 50%) ohne nennenswerten Widerstand kurzerhand gestrichen wurden, verstand sich danach beinahe von selbst.

Diese innerkirchliche Herabsetzung pastoralen Wirkens war keine unbedachte Schikane, wie die Pfarrvertretungen anfangs meinten. Die gezielte Entwertung pastoraler Gemeindearbeit hatte vielmehr eine andere Funktion: Sie sollte die dramatische Umverteilung kirchlicher Gelder von der Gemeinde auf den Kirchenkreis und die Landeskirche legitimieren, den forcierten Aufbau des Phantoms einer »Kirchenkreis-Kirche« begründen und den Gemeinden erklären, warum trotz stetig steigender Kirchensteuereinnahmen dennoch ihre Pfarrstellen massenhaft verschwanden, obwohl gleichzeitig erstaunlich viel Geld für aufwändige Prestigeprojekte, kostspielige Diakonie-Insolvenzen und eine immer größer werdende Schar von Mitarbeitenden da war. So wurden z.B. innerhalb von 30 Jahren in einem Kirchenkreis bei einem Mitgliederverlust von 17% die Zahl der Mitarbeitenden noch um 10% erhöht, die Stellen der Verwaltung unvermindert weitergeführt, doch die Zahl der Pfarrstellen tatsächlich um 35% gekürzt! In einer solchen kirchenpolitischen Landschaft blieb es natürlich »unerhört«, von der pastoralen Schlüsselrolle zu sprechen. Dabei hatten schon seit 1972 die vier großen EKD-Befragungen die hohe Wertschätzung des Pfarramtes durch die Kirchenmitglieder eindeutig aufgezeigt – im Übrigen zur großen Verwunderung der EKD selbst, wie Rüdiger Schloz, der Geschäftsführer dieser vier Untersuchungen, der VELKD-Pfarrvertretung einmal freimütig gestand.

(…) Kirche muss »das Konzept einer volkskirchlich-flächendeckenden Prägung der bundesdeutschen Gesellschaft« endlich wieder als große Chance für ihren Verkündigungs- und Seelsorgeauftrag begreifen und nicht als lästigen Mühlstein an ihrem Hals empfinden. Dazu muss sie ihre Ortsgemeinden wieder ernst nehmen und ihnen die geldlichen und personellen Mittel lassen, die ihr die Kirchensteuerzahler für kirchliche Gemeindearbeit jährlich »in gutem Glauben« anvertrauen.

Lesen Sie hier den ganzen Artikel aus dem Deutschen Pfarrerblatt Nr. 12/2014:
http://www.pfarrerverband.de/pfarrerblatt/index.php?a=show&id=3730

10 Thesen zum Amt der Kirche und zur Identität des Pfarrberufs

Unter dem Titel „Der grundlegende Dienst der Kirche“ stellt Dr. Karl Eberlein, Pfarrer und stellv. Dekan in Roth bei Nürnberg, 10 Thesen zur Diskussion über das Bild des Pfarrberufs vor. Die Thesen erschienen im Herbst 2014 in zwei Teilen im Korrespondenzblatt des Bay.  Pfarrerinnen- und Pfarrervereins (Nr. 10 und 11/2014) und sind auch ein Beitrag zu einem von der Synode initiierten Prozesses zum heutigen Pfarrerbild: www.berufsbild-pfr.de/.

„In dem 2006 veröffentlichten EKD-Impulspapier „Kirche der Freiheit“ wird propagiert, dass eine Pfarrerin / ein Pfarrer „zur oder zum leitenden Geistlichen eines Netzwerkes von Ehrenamtlichen“ werden soll (68). Nur geringfügig weiterinterpretiert heißt das: Pfarrer sind so etwas wie die Spinne im Netz, die alle Fäden ziehen. Weiter ist in unserer Kirche immer wieder von einem Motivieren, Anleiten, Begleiten und Betreuen Ehrenamtlicher die Rede. Das damit Gemeinte muss nicht generell in Frage gestellt werden, wenn es um bestimmte Aufgaben und Gelegenheiten geht. Wenn damit aber ein Dauerverhältnis zwischen Pfarrern und Ehrenamtlichen bestimmt werden soll, führt dies zwangsläufig zu einem hierarchischen Verhältnis von „oben“ nach „unten“.

Ein Zusammenwirken wirklich auf gleicher Augenhöhe ist das alles nicht. Und zu wenig ist oft im Blick, dass Ehrenamtliche nicht immer erst in einen bestimmten Kompetenz-Status versetzt werden müssen, sondern vielfach bereits ihre eigenen Kompetenzen (also auch nicht nur Interessen!) einbringen, die sie durch ihre je eigene Lebens- und Berufserfahrung erworben haben. Das kann so unterschiedliche Bereiche wie Bau- und Finanzangelegenheiten, sozialdiakonische Aufgaben oder die großen konziliaren Themen (Frieden, Gerechtigkeit, Bewahrung der Schöpfung) und vieles mehr umfassen. Somit lässt sich sagen: „Wenn man den Einsatz der Ehrenamtlichen wirklich ehren will, dann kann dies nicht zuletzt dadurch geschehen, dass man die Eigenständigkeit ihres Dienstes anerkennt und nicht alles doch wieder unter der Obhut der Pfarrer als den ‚leitenden Geistlichen‘ sieht.“

Gerade eine solche(!) Wertschätzung ist unabdingbar, wenn der Pfarrberuf als ein durch den Dienst am Wort bestimmter Professionsberuf verstanden werden soll (vgl. These 9). Das bedeutet keineswegs, dass Pfarrer alle Bereiche kirchlichen Lebens, die nicht unmittelbar in Zusammenhang mit ihren Kerntätigkeiten (vgl. These 8) stehen, aus ihrem Bewusstsein und Interesse zu verbannen hätten. Das stünde auch im Widerspruch zu der in der Installationsfrage eingeforderten Bereitschaft zur Zusammenarbeit mit dem „Kirchenvorstand und allen, die in der Gemeinde Dienst tun“. Eine mehr oder weniger universale Zuständigkeit der Pfarrer für alles in der Kirche bzw. Gemeinde (und sei es „nur“ im Sinn einer Letztverantwortung) kann damit nicht gemeint sein.

Eine Richtungsanzeige könnte so lauten: Je mehr unser Handeln in der Kirche durch eine wechselseitige Achtung jeweiliger Kompetenzen und Aufgaben auf gleicher Augenhöhe geprägt ist, umso mehr bekommen Pfarrer Kräfte für ihre Kernaufgaben frei; umso mehr kann eine Gemeinde als ein Leib mit vielen, sich durchaus auch unterscheidenden Gliedern in Erscheinung treten. In diesem Leib kann es nicht die Herrschaft bestimmter Glieder über andere geben (vgl. Barmen 4). Alle Glieder zusammen haben einen Herrn (1.Kor. 12,5).

Lesen Sie den ganzen Artikel unter: www.aufbruch-gemeinde.de/download/eberlein.pdf

Die Marginalisierung, Geringschätzung und Überforderung der Gemeinde

Aus: „Die christliche Kirche ist die Gemeinde…“ (Barmen III) – Das Impulspapier der EKD und das evangelische Kirchenverständnis. (Vortrag von Prof. Dr. Eberhard L. J. Mechels, Wangerooger Straße 14, 26810 Westoverledingen-Ihrhove,  am 16. März 2013 in Erfurt)

Deutliche Indikatoren der hier beschriebenen Gesamtintention des Impulspapiers (Kirche der Freiheit) und seiner Befürworter sind die abschätzigen und z. T. diskriminierenden Termini und die Charakterisierungen, mit denen die Wirklichkeit unserer Gemeinden und die Arbeit der in ihnen tätigen Pfarrerinnen und Pfarrer beschrieben wird. Indikatoren sind ebenso die übersteigerten Anforderungen und Erwartungen an beide. Diese lassen befürchten, dass die Latte so hoch gelegt wird, dass es fast unvermeidlich ist, darunter durchzulaufen. Und, wenn das Reformprogramm bis 2030 nicht den gewünschten Erfolg haben sollte („Wachsen gegen den Trend“), dann weiß man schon, wer schuld ist. Der Imperativ der ständigen Steigerung kann sich ruinös auswirken. „Spätestens mit dem Reformpapier der EKD ist dies auch schriftlich dokumentiert“, dass der Druck auf die PfarrerInnen verstärkt wird, „ihre Kompetenzen zu steigern,  um den Trend des Mitgliederverlustes umzukehren (…).“ Das Bild eines idealen Pfarrers/einer idealen Pfarrerin ist implizit prägend, wenn alles zusammen erwartet wird: theologisch und rhetorisch qualifizierte Predigt, liturgisch präsente Gottesdienstgestaltung, sensible und spirituell animierte Seelsorge, religionspädagogisch ansprechende Bildungsarbeit, glaubwürdiges diakonisches Engagement, erfolgreiches Fundraising, kompetente Leitung und Verwaltung, künstlerisch-ästhetische Sensibilität im Umgang mit dem Kirchenraum, professionelle Öffentlichkeitsarbeit  und vielleicht noch mehr als dies.‘ Dieser hohe Anspruch ist nicht zu erfüllen (…) Mit dem im Impulspapier gebetsmühlenartig eingeforderten ‚Mentalitätswandel‘ bei den PfarrerInnen folgt es dem gesellschaftlichen Trend zu ständiger Optimierung, wie Isolde Karle (…) schrieb: ‚Stets muss nach neuen Angeboten gesucht und müssen neue Bedürfnislagen analysiert werden (…) Das Reformpapier ist (…)  von einem  Innovations- und Steigerungsstress gekennzeichnet, der die Pfarrerinnen und Pfarrer und andere kirchlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf Dauer auslaugen, erschöpfen und frustrieren wird‘.“ Klaus Martin Dober hat in einem sehr erhellenden Aufsatz gezeigt, dass hinter diesem Steigerungsdruck das Rollenbild des Pfarrers, der Pfarrerin als des Unternehmers/der Unternehmerin steckt. Die Strömung, der Sog des Komparativs, der beständigen Steigerung, des Wachstums, der unablässigen Selbstverbesserung folgt der Dynamik der Ökonomisierung aller Lebensbereiche. Es ist der Sog, „sich ständig zu einem anderen zu machen“. Dober formuliert demgegenüber mit Recht die Aufgabe der PfarrerInnen heute „anders anders zu sein.“

Die Negativseite dieses übersteigerten Erwartungs- und Anforderungslevels, des gebetsmühlenartig eingeforderten Mentalitätswandels bei PfarrerInnen ist die Abqualifizierung der tatsächlich im Pfarramt geleisteten Arbeit. „Gegenwärtige Qualitätsmängel gibt es allerdings auch: Wir setzten die Anzahl von Gemeinden, in denen der Pfarrdienst derzeit in unbefriedigender Qualität getan wird, mangels konkreter Daten mit 20 bis 30 Prozent an.“ Dieser gewagten und unbelegten Behauptung, mittels derer sozusagen stehend freihändig „angesetzt“ wird, wird in einem Wettbewerb im Ungefähren nicht weniger wagemutig eine gerüchteweise Steigerung beigefügt: „Von Personalverantwortlichen der Kirchen kam die Rückmeldung, dass unsere Schätzung zu niedrig liege.“ Ähnlich kreativ sind die Verbalisierungskünste im Negativqualifizieren der  Gemeindewirklichkeit: „Milieuverengung“ und „Enge“ gehören ebenso zur Gebetsmühle wie „schmoren im eigenen Saft.“ „Es  geht in der aktuellen Diskussion mitnichten um eine fehlende Würdigung und mangelnde Aufwertung der Tätigkeit von nichtakademisch ausgebildeten Predigerinnen und Predigern. Es geht vielmehr konkret um die immer unerträglicher werdende Geringschätzung, ja geradezu Verachtung der Theologie und der Arbeit von Theologinnen und Theologen im Gemeindepfarramt. Auf der Synode der Evangelischen Kirche von Westfalen zum Beispiel wird kirchenoffiziell und ohne Widerspruch davon geredet, dass die Streichung von Gemeindepfarrstellen den Gemeinden und Kirchenkreisen zugute komme (…) Nicht mehr die in der alltäglichen Wirklichkeit sehr aufwändige und aufreibende und mit einem hohen Maß an Leidenschaft verrichtete Arbeit der Pfarrerinnen und Pfarrer kommt den Gemeinden zugute, sondern die Abschaffung ihrer Stellen. Wann ist je so abfällig und entwürdigend über diesen Berufsstand geredet worden.“

Lesen Sie hier den gesamten Vortrag im Pfälzischen Pfarrerblatt: http://www.pfarrerblatt.de/text_443.htm

Abwege kirchlicher Verkündigung

Gute Pfarrerinnen und Pfarrer zeichnen sich dadurch aus, dass sie  mithilfe der äußerst spannungsreichen Bildsprache des Glaubens die  komplexen Lebenszusammenhänge und Ambivalenzen des Lebens zur Sprache zu  bringen vermögen. Die Gefahr der Kirche besteht nicht in einer  Entchristlichung der Gesellschaft, sondern darin, dass sie – durch die  diffus religiöse Lage der Gegenwart verunsichert – Trivialitäten an die  Stelle der Bild- und Symbolwelt des Glaubens setzt und so ihr  Existenzrecht verliert. Dies will Michael Roth in seinem Beitrag zeigen.

Trivialisierung,  Selbst-Banalisierung und Infantilisierung der kirchlichen Verkündigung  sind Folge der Verunsicherung der Kirche. Sie droht sich  von Inhalten und Formen des Glaubens zu entfernen hin zu einer diffusen  Religion der Innerlichkeit, Gefühlsduselei und des Moralisierens, die in  ihrer Leere alle möglichen Inhalte anzieht. Die äußerst  spannungsreichen Bild- und die Symbolwelten des christlichen Glaubens  werden durch einfache Sprüche und Hohlformeln ersetzt. Diese sind aber  den komplexen Lebenszusammenhängen und Ambivalenzen des Lebens, der  paradoxen Gleichzeitigkeit von Sünde und Gelingen, Kreativität und  Scheitern, Angst und Hoffnung, nicht gewachsen. Nichtssagende  Hohlformeln mögen zwar nett klingen, man kann sie auch beliebig oft  aneinanderreihen, aber weder ermöglichen sie eine realistische  Selbstwahrnehmung noch tragen sie zur Deutung, Bewältigung und  Verantwortung der jeweiligen Lebenssituation bei. Das Leben verträgt  keine triviale Verkündigung, und zwar deshalb nicht, weil es selbst  nicht trivial ist. Und daher kann eine triviale Verkündigung auch kein  nicht-triviales Leben begleiten. Sie hat hier einfach keinen wirklichen  Ort – bestenfalls als Wohlfühl-Event am Rande. Ein Wohlfühl-Event am  Rand kann aber keine lebensprägende Kraft entfalten. Es verpufft und  zurück bleiben das Gefühl der Leere und das Gefühl, um das Wichtige und  Entscheidende betrogen worden zu sein.

… Die  Trivialisierung der kirchlichen Verkündigung ist kein  erfolgversprechender Weg. Die Kernfrage lautet nicht, welche  gesellschaftlichen Bedürfnisse die Organisation Kirche alle befriedigen  kann, um die Organisation zu stabilisieren und weiterhin ihre  Funktionäre zu alimentieren, sondern wie der eigentlichen Aufgabe der  Kirche, nämlich der Präsentation des Glaubens als eine das Leben  prägende Kraft, einer Präsentation des Glaubens also, die das Wichtige  und Entscheidende nicht verschweigt, nachzukommen ist. Gefahr droht dem  Christlichen nicht durch einen angeblich neuen religiösen Markt und auch  nicht dadurch, dass die ehemals die Gesellschaft prägenden Traditionen  an gesellschaftlichem Einfluss verlieren, sondern dadurch, dass die  Kirche, durch die Zeitumstände verunsichert, Trivialitäten an die Stelle  der Bild- und Symbolwelt des christlichen Glaubens setzt und damit die  Faszinationskraft einbüßt, die diese besitzt.

Lesen Sie hier den ganzen Artikel aus dem Deutschen Pfarrerblatt, Heft 6/2013: http://www.pfarrerverband.de/pfarrerblatt//index.php?a=show&id=3392

»… und wir dachten, wir hätten ein Amt errungen …«

Die Nachwuchsfrage im Pfarrberuf aus heutiger Sicht/ Von Andreas Dreyer

Kein  zweites Studienfach hat wohl in den letzten 25 Jahren so viele  Studierende eingebüßt wie das Fach Evang. Theologie, Studienziel  Pfarramt. Während die Gesamtzahl aller Studierenden seit 1982 von etwa  1,2 Mio. auf über 2,5 Mio. anstieg, fiel sie in Evang. Theologie von  12.000 in den 80er Jahren auf nunmehr 2300 – der Verdoppelung der  Studierenden allgemein steht eine »Dezimierung« der Theologen-Quote  gegenüber. Waren früher ca. 1% aller Studierenden Theologen, so trifft  dies gerade noch auf 1 Promille zu! In den Rankings der beliebtesten  Studienfächer taucht Theologie konsequenterweise seit vielen Jahren  nicht mehr auf. Andreas Dreyer geht den Ursachen nach.

Bei realistischer  Betrachtungsweise sollte allen Beteiligten klar sein: Es wird ein  schwieriges Unterfangen, qualifizierten Nachwuchs zu gewinnen. Mit  Hochglanzbroschüren und hehren Worten wird wenig auszurichten sein. Es  gilt, wie auch sonst im Leben: An ihren Taten sollt ihr sie erkennen,  sprich: am Umgang mit der jetzt im aktiven Dienst stehenden  PfarrerInnengeneration wird sich entscheiden, wie viele junge Menschen  für das Studium wie für den Pfarrberuf gewonnen werden können.

Darüber  hinaus sei den Kirchenleitungen und insbesondere der EKD empfohlen, ein  klares Bekenntnis zur Beibehaltung des Package Deals abzugeben und  nicht nur für einen »Beruf an sich«, sondern auch für konkrete  Rahmenbedingungen, unter denen die nachfolgende Generation ihn ausüben  wird, folgende Eckdaten »bekenntnishaft« verbindlich anzugeben:

  • Das Gemeindepfarramt bleibt zentrales kirchliches Amt und wird nicht zur austauschbaren Dienstleistung.
  • Pfarrbezirke bleiben überschaubar, weil pastorales Wirken vor allem Beziehungsarbeit ist.
  • Das Bottom-up-Prinzip des Protestantismus verlangt dezentrale  Kirchengemeinden und keine zentralisierte Top-down-Organisation  (presbyterial-synodales Prinzip).
  • Kirche bleibt in der Fläche präsent und honoriert die Bereitschaft, dort pfarramtlich zu wirken.
  • Die EKD bekennt sich erneut zu den zentralen protestantischen Kernaussagen über das eine pastorale Amt (CA V und CA VII), die Freiheit der Verkündigung und die Unabhängigkeit (Weisungsfreiheit) des Dienstes.
  • Das öffentliche Dienstrecht (Beamtenstatus) wird beibehalten.
  • Die Pfarrhäuser werden zeitgemäß modernisiert.
  • Vor allem anderen aber wird endlich die Grundfrage geklärt, ob man  entweder Gemeindepfarrstellen künftig wieder als Amt anzuerkennen bereit  ist (d.h. Verzicht auf Versetzungen, Weisungsbefugnis, äußere  Eingriffe) oder ob man stattdessen von kirchlicher Dienstleistung von  Angestellten sprechen will, dann aber unter Garantie von 38,5  Wochenstunden, Überstundenausgleich, Urlaubsanspruch, freien Tagen,  Verzicht auf Aufstellungspredigten etc.

Eine Strategie, die aus beiden Systemen die jeweiligen Nachteile für die Pfarrerschaft herauspickt, wird scheitern.

Lesen Sie hier den ganzen Artikel aus dem Deutschen Pfarrerblatt, Nr. 2/2013: http://www.pfarrerverband.de/pfarrerblatt//index.php?a=show&id=3315

Mehr zum Thema unter: http://www.aufbruch-gemeinde.de/themen/pfarrerbild.htm

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