Was stärkt die Gemeinde? – Auf der Suche nach einer Gemeindetheologie

 „Die Scheidung der Geister, die heute für die Gemeinden am dringlichsten ist, hat es mit der Relativierung und Befreiung der Kirche von einem Effizienz-Denken zu tun, das sich in einer Organisationswut austobt und die Gemeinden daran hindert, auf das zu hören, was der Geist ihnen jetzt sagen will.“ (Christian Möller)

Was stärkt die Gemeinde? – Auf der Suche nach einer Gemeindetheologie

… so lautete das Thema des Vortrags beim Gemeindetag des Gemeindebunds Bayern in Nürnberg am 16. März 2013. Prof. Möller, der beim 1. Aktionstag von „Aufbruch Gemeinde“ 2008 in Nürnberg gesprochen hatte, zog eine Bilanz der bisherigen EKD-Reformprozesse und berichtete von den Gruppen, die sich EKD-weit kritisch mit den Entwicklungen in ihren Landeskirchen auseinandersetzen.

Prof. Christian Möller, Heidelberg
Prof. Christian Möller, Heidelberg

Stand am Anfang von „Aufbruch Gemeinde“ vor allem der Protest gegen die Entwicklungen im Gefolge des Impulspapiers „Kirche der Freiheit“, so ist es inzwischen Zeit, sich konstruktiv über eine „Theologie der Gemeinde“ Gedanken zu machen. Die vielbeschworene „Krise der Kirche“ ist eine theologische Orientierungskrise.

„Lassen wir den Gedanken an eine weitere Reform einmal ruhen und begeben wir uns stattdessen auf die Suche nach einer Gemeindetheologie, die die Gemeinden gerade in Zeiten von Sparplänen und Stellenreduzierungen stärken und ihnen „Vernunft und alle Sinne“ wecken könnte für eine neue Wahrnehmung der Gemeinde.“ (Prof. Möller)

Lesen Sie hier den ganzen Vortrag als PDF:
http://www.aufbruch-gemeinde.de/download/VortragMoeller13.03.16.pdf

Mehr zum Gemeindetag in Nürnberg finden Sie hier:
http://www.aufbruch-gemeinde.de/aktionstag4.htm

Was wir tun können – Konkrete Schritte

  1. Diskutieren Sie unsere Themen in Ihren Kirchenvorständen und Dekanatsausschüssen. Unsere Themen eignen sich gut, um in ihren Kirchenvorständen und Dekanatsausschüssen diskutiert zu werden. Material dafür finden Sie auf unseren Webseiten und in unserem Blog. Diskutieren und schreiben sie mit!
  2. In diesem Jahr steht die Wahl zur Landessynode an. Es wäre gut, wenn in der Landessynode viele Stimmen vertreten sind, die die Bedeutung der Ortsgemeinden und die Liebe zu ihnen schätzen. Wir sollten die Kandidatinnen und Kandidaten zur Landessynodalwahl befragen, wie wichtig ihnen unser Anliegen ist.
  3. Um eine bessere Verbindung zwischen landesweiten Diensten und Ortsgemeinden zu erreichen, hatten wir den Antrag an die Synode gestellt, dass Pfarrerinnen und Pfarrer erst nach sechs Jahren Gemeindedienst in eine Funktionsstelle im landesweiten Dienst wechseln können. Dieser Antrag wurde leider von der Landessynode zurückgewiesen. Wir könnten einen neuen Anlauf nehmen und viele Gemeinden könnten diesen Antrag unterstützen.
  4. Wenn Sie die Entwicklung der Finanzen Ihrer Kirchengemeinde beobachten, werden sie merken, dass es gerade kleinere Gemeinden in Zukunft kaum schaffen werden, ihren Haushalt ausgeglichen zu gestalten.
  5. Überlegen Sie, was eine erneute Kürzung im Landesstellenplan für Ihre Gemeinde oder Ihr Dekanat bedeuten würde.
  6. Visitationen haben Verfassungsrang und sind ein Instrument kirchenleitendes Handeln zu beeinflussen. Es geht hierbei nicht um eine Inspektion, sondern um einen geschwisterlichen Besuchsdienst, der die Nöte und Sorgen, aber auch die Freuden einer Kirchengemeinde wahrnimmt und den kirchenleitenden Organen weitergibt. Sie können um eine Visitation Ihrer Gemeinde bitten.
  7. Gerne können Sie sich auf unserer Webseite in die Unterstützerliste eintragen lassen oder auf Facebook zeigen, dass Ihnen unsere Anliegen gefallen: www.facebook.com/gemeindebund.bayern. Unterstützen Sie uns durch einen Hinweis auf Ihrer Homepage.
  8. Wenn Sie eine Gemeinde für unseren Gemeindebund gewinnen können, wäre das eine tolle Sache. Je mehr wir werden, desto unüberhörbarer wird unsere Stimme für die Gemeinden sein!
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