Gemeinde der Zukunft

Vortrag vor dem Regionalen Strukturausschuss der Siegener Gemeinden am 30. Januar 2016 von Manfred Alberti

„Das EKD Konzept „Kirche der Freiheit“ hat auf die genialen Ideen der Leitungsgremien in Hannover gesetzt und wollte „Leuchtfeuer“ in den Mittelpunkt der Ausstrahlung der Evangelischen Kirche setzen wie ein weitbekanntes Markenprodukt. Nach immer stärker werdender Kritik, auch weil sich das Konzept nicht durchsetzte und kaum Erfolg zeigte, hat nun die V Mitgliedschaftsuntersuchung der EKD deutlich erkennen lassen, warum dieses Konzept der Kirche der Freiheit mit der Kirchenlenkung von oben zum Scheitern verurteilt war: Die völlige Missdeutung und Missachtung der Rolle der Gemeinden.

In den Augen der Gemeindeglieder sind die Gemeinden die eigentlichen Repräsentanten der Kirche, nicht irgendwelche Leitungsgremien. Die Gemeindepfarrer und -pfarrerinnen sind die Repräsentanten der Kirche, die Presbyter, Mitarbeiter und Gottesdienstbesucher die Ansprechpartner in religiösen Fragen: Ferne Akademien der Landeskirchen spielen da keine Rolle. Mit Sicherheit kennen viele Gemeindeglieder besser den Namen ihres Gemeindepfarrers als den Namen des EKD-Vorsitzenden: Machen Sie selbst die Probe aufs Exempel: Verbinden Sie viel mit dem bayrischen Landesbischof und EKD-Vorsitzenden Heinrich Bedford-Strohm? (…)

Evangelisches Kirchenverständnis ist aufgebaut auf in ihrem Glauben mündigen Gemeindegliedern. Das ist eine Kernkompetenz evangelischen Glaubens. (…)

Die gemeindegliedernahe Ortsgemeinde ist der Kern der Kirchenbindung: Wenn dieses Fundament wieder stärker die Grundlage der Kirchenpolitik der EKD werden würde und die EKD und die Landeskirchen ihre primäre Aufgabe darin sähen, diese Gemeinden zu unterstützen, dann würde die Evangelische Kirche ein stabileres Fundament für die Zukunft haben als mit noch so tollen Leuchtfeuern. Das Schiff der Gemeinde braucht seine Orientierung nicht aus Marketingkonzepten der Wirtschaft sondern aus dem immer wieder neu aktuellen Nachdenken über die Bibel und den Glauben.

Diese Rückkehr von einem falschen Weg ist eine gute Orientierung für das Reformationsjubiläum im nächsten Jahr. In einem Satz gesagt im Sinne Luthers und der anderen Reformatoren: Nicht die Großorganisation Kirche soll im Mittelpunkt stehen, sondern der Glaube der einzelnen Gemeindeglieder und ihrer Gemeinde.“

Lesen Sie hier den ganzen Vortrag: http://kirchenbunt.de/gemeinde-der-zukunft/

 

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