Im Showbusiness – kann die Kirche von der Wirtschaft vielleicht doch was lernen?

Ob die Kirche von der Wirtschaft lernen kann, ist eine vieldiskutierte Frage. Hinschauen lohnt sich – zumindest, um nicht die gleichen Fehler zu machen – vier Beispiele.

Beispiel 1

Michaela Schießl über das Buch von Lars Vollmer: „Zurück an die Arbeit: Wie aus Business-Theatern wieder echte Unternehmen werden“. Linde Verlag, Wien; 192 Seiten; 24,90 Euro. (Der Spiegel, Nr. 9/2016, S. 80 f.)

„Mit veralteten Werkzeugen und wirkungslosen Managementprozessen versuchen Firmen, der sich stetig verändernden Wirklichkeit Herr zu werden. Und vergiften dabei, was sie zu retten versuchen. (…)

Die einzige Chance, als Unternehmen in der rasanten Wirklichkeit zu überleben, sieht Vollmer in der Errichtung eines K.-u.-k.-Regimes: Eine Firma muss sich kompromisslos um Kunden und Könner herum organisieren. Wie ein Team konkret auszusehen hat, richtet sich allein nach dem Bedürfnis des Käufers und der kompetentesten Person. Der Könner muss nicht von außen bestimmt werden, er mendelt sich meist automatisch aus einem Team heraus. ‚Darum ist eine Mannschaft in Madrid um Cristiano Ronaldo ganz anders organisiert als eine Mannschaft in Barcelona um Lionel Messi.‘

Statt Zuständigkeiten braucht es Verantwortungsübernahme, statt Vorschriften Ideen und Befähigung. Plus die Kompetenz, einen Plan auch ohne Genehmigung durch den Chef schnell umzusetzen. Das muss das Prinzip sein, so Vollmer, das die starren Organisationsstrukturen ersetzt. Komplexe Situationen können nicht mehr gesteuert werden, bleibt nur, passend und schnell darauf zu reagieren.“


Beispiel 2

re:publica 2015 – Gunter Dueck: Schwarmdummheit


Beispiel 3

Mad Business

„Vielen ist bewusst, dass sie Teil eines lächerlichen Spiels sind“ –  Zwei Manager ertragen den alltäglichen Konzernirrsinn nicht mehr und steigen aus. Sie interviewen Dutzende Führungskräfte über Leben und Leiden in großen Organisationen. Daraus entsteht das Buch „Mad Business“. Einer der beiden Autoren, Oliver Weyergraf, ist heute Unternehmer in Berlin. Gespräch mit einem Erlösten.

Lesen Sie hier den ganzen Artikel aus brandeins, Wirtschaftsmagazin, 11/2015: http://www.brandeins.de/archiv/2015/oekonomischer-unsinn/mad-business-vielen-ist-bewusst-dass-sie-teil-eines-laecherlichen-spiels-sind/


Beispiel 4

Wir hier oben

Bei Volkswagen trafen Macht und Selbstherrlichkeit der Chefs auf die Ergebenheit ihrer Mitarbeiter. Das ist kein Einzelfall in deutschen Konzernen – und führt ins Unglück/ Ein Gastbeitrag von Thomas Sattelberger für ZEIT-ONLINE vom 16.06.2016

„Alle Machtorganisationen neigen dazu, sich eine Kultur der Günstlinge und Hofschranzen zu erschaffen. Unterliegen sie keinem Korrektiv, so unterdrücken sie ehrliche Geister und schaffen eine Atmosphäre der Angst, in der so lange nichts Kritisches nach oben gelangt, bis dort nur noch der berühmte Kaiser ohne Kleider anzutreffen ist.“

Lesen Sie hier den ganzen Artikel: http://www.zeit.de/2016/24/manager-fuehrungsstil-selbstherrlichkeit-krise-unternehmen/komplettansicht

Zusammengestellt von Johannes Taig

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